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Verletzt – und jetzt? Der mentale Umgang mit Verletzungen im Sport

Eine Verletzung gehört zu den schwierigsten Erfahrungen im Sport. Plötzlich ist das, was vorher selbstverständlich war, nicht mehr möglich: Training, Wettkämpfe, Ziele und manchmal sogar die Zugehörigkeit zum Team werden infrage gestellt.

Dabei ist eine Verletzung nicht nur eine körperliche Herausforderung. Sie kann auch mental und emotional sehr belastend sein. Frustration, Wut, Traurigkeit, Angst oder Unsicherheit sind ganz normale Reaktionen. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie der Körper heilt, sondern auch, wie wir mit der Situation mental umgehen.

Gefühle zulassen – statt sie wegzuschieben

Der erste Schritt ist, die eigenen Gefühle anzuerkennen. Eine Verletzung darf frustrieren. Sie darf traurig machen und wütend machen.

Es braucht Zeit, diese Emotionen zu verarbeiten. Journaling kann dabei helfen, Gedanken und Gefühle aufzuschreiben und dadurch mehr Klarheit zu gewinnen.

Akzeptanz bedeutet dabei nicht, mit der Verletzung einverstanden zu sein. Es bedeutet vielmehr, die aktuelle Situation so anzuerkennen, wie sie im Moment ist.

Erst wenn wir akzeptieren, wo wir geradestehen, können wir überlegen, was wir als Nächstes tun können.

Gedanken kontrollieren

Unsere Gedanken haben einen grossen Einfluss darauf, wie wir eine Verletzung erleben. Deshalb lohnt es sich, negative Gedanken bewusst wahrzunehmen und zu hinterfragen. Das lernen wir mit der Technik des Gedankensteuerns.

Affirmationen können dabei helfen, den eigenen Fokus bewusst auf Ressourcen und Fortschritte zu richten. Mögliche Powersätze während einer Verletzungsphase sind:

  • «Ich vertraue meinem Körper.»
  • «Ich werde jeden Tag wieder stärker.»
  • «Ich sehe meinen Fortschritt.»
  • «Ich gehe meinen Weg.»
  • «Ich kenne meine Stärken.»
  • «Ich bleibe ruhig und gelassen.»
  • «Ich nehme mir die Zeit, die ich brauche.»
  • «Ich bleibe ein wichtiger Teil des Teams.»

Dabei geht es nicht darum, sich etwas einzureden. Vielmehr können solche Sätze helfen, die Aufmerksamkeit immer wieder auf den eigenen Weg und das Kontrollierbare zu richten.

Der Gedanke «Ich werde niemals wieder für mein Team laufen können» fühlt sich vielleicht im ersten Moment wie eine Tatsache an. Aber ist er tatsächlich wahr? Genau hier setzt das sogenannte Reframing an.

Reframing: Eine andere Perspektive einnehmen

Reframing bedeutet, eine Situation in einen anderen Rahmen zu setzen und dadurch eine neue Perspektive auf sie zu entwickeln.

Eine Verletzung kann als Rückschlag betrachtet werden. Sie kann aber auch eine Phase sein, in der andere Fähigkeiten entwickelt werden: Zeit für Heilung, technische Verbesserungen oder die Stärkung der eigenen mentalen Fähigkeiten.

Beim Reframing geht es nicht darum, eine Verletzung schönzureden. Es geht darum, neben der schwierigen Seite auch andere mögliche Perspektiven zu erkennen.

Kleine Ziele statt nur das grosse Comeback

Während einer Verletzung ist es besonders wichtig, Ziele und Erwartungen realistisch zu setzen. Das grosse Ziel lautet vielleicht: «Ich will wieder Wettkämpfe bestreiten.»

Doch der Weg dorthin besteht aus vielen kleinen Schritten. Deshalb lohnt es sich, den Fokus auf die Fortschritte des jeweiligen Tages oder der jeweiligen Woche zu richten. Ein kleiner Fortschritt ist ebenfalls ein Fortschritt.

Zu hohe oder unrealistische Erwartungen können dagegen zu Enttäuschung und Frustration führen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb: Was kann ich heute beeinflussen?

Vielleicht nicht den Zeitpunkt der vollständigen Rückkehr zum Sport. Aber möglicherweise die eigene Einstellung, die Trainingsanpassung, die Regeneration oder den Umgang mit den eigenen Gedanken.

Weitere mentale Werkzeuge für schwierige Phasen

Auch einfache mentale Techniken können während einer Verletzung unterstützen.

  • Atem- und Entspannungstechniken
  • Ein «Braindump», um belastende Gedanken aus dem Kopf zu bekommen
  • Visualisierung von Techniken oder Bewegungsabläufen

Gerade Visualisierung kann helfen, mental mit dem Sport verbunden zu bleiben, auch wenn der Körper momentan eine Pause braucht.

Return to Sports – mit Unterstützung der Hypnose

Die Rückkehr nach einer Verletzung ist mehr als ein körperlicher Prozess. Es geht auch darum, wieder Vertrauen in den eigenen Körper und die eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Hier arbeite ich gerne mit der Sporthypnose. Hypnose kann helfen, Schmerzwahrnehmung zu modulieren und Stress abzubauen. Weiter - und das ist gerade bei Verletzungen, die bei der Ausübung des Sports geschehen sind, relevant – hilft Hypnose erfolgreich bei der mentalen Überwindung des Unfalltraumas.

Fazit

Eine Verletzung verändert den Weg der Sportler:innen – aber sie muss nicht das Ende des Weges bedeuten. Vielleicht besteht die Herausforderung gerade nicht darin, möglichst schnell wieder dort zu sein, wo man vorher war. Vielleicht besteht sie darin, den nächsten kleinen Schritt zu erkennen.

  • Gefühle verbalisieren
  • Akzeptieren, was passiert ist.
  • Realistische Ziele setzen.
  • Gedanken bewusst steuern, Positives Mindset erlangen
  • Visualisieren
  • Trauma mit Hypnose überwinden.

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